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Roboter musizieren, malen, schreiben Gedichte, spielen Tischtennis, spielen Schach, helfen in der Pflege, operieren, ersetzen Körperteile, fliegen zum Mars und werden in der Industrie eingesetzt. Sie sind das Resultat einer erstaunlichen sowie schneller werdenden Entwicklung im Bereich Computer und künstliche Intelligenz.

Roboter werden in ihrem Aussehen sowie ihren Fähigkeiten immer menschlicher und können zunehmen als unsere Gefährten sowie Assistenten bezeichnet werden. Damit der Mensch diese aber als unsere Gleichen betrachten kann, ist es nötig den Robotern Gefühle zu implementieren. Ein Roboter, der Angst hat oder sogar Schuldgefühle empfindet? Ist das wirklich nötig? Auch wenn es auf den ersten Blick absurd und unnötig erscheint, es ist die Basis jeglicher Interaktion. Denn die Kommunikation findet nun mal bis zu 95 Prozent unterbewusst statt und wenn die Roboter nicht imstande sind, die Mimik sowie Gestik eines Menschen zu verstehen, nicht in der Lage sind Empathie, Schuldgefühle oder Glücksgefühle zu verstehen, wird das miteinander nicht funktionieren können.

Der Schlüssel einer zukünftigen Mensch-Roboter Beziehung liegt in der Gefühlsebene verborgen.

Schaffen wir es nicht, diese Ebene zu entwickeln, wird das Miteinander wie bei uns Menschen enden. Somit sollte nicht das Ziel der Forschung darin bestehen, einen Roboter möglichst menschenähnlichen Roboter zu programmieren, sondern diese mithilfe der zusätzlichen Gefühlsebene hochkomplexe Aufgaben besser bewältigen zu lassen. Wir müssen also Roboter mit kognitiver, sozialer als auch emotionaler Intelligenz programmieren und ihnen die Möglichkeit geben sich in einem ständigen Lernprozess weiter zu entwickeln. Letztlich wie bei uns Menschen, nur das wir unsere Fehler – welche die Menschheit bereits einige male kurz vor den Abgrund geführt haben – von vorn hinein ausschließen.

Implementation von Gefühlen bei Robotern 

Wie implementieren wir nun die Gefühle bei Robotern? Wie bringe ich einen Roboter Empathie bei? Wie schaffe ich es diese Schuldgefühle oder Glück zu spüren? Ich habe sehr viel Zeit damit verbracht, Antwort auf diese und weitere Fragen zu finden. Ich habe sehr viel Zeit mit dem Nachdenken verbracht, habe unzählige Medizin, Psychologie, Informatik sowie Mathematik Bücher gelesen, um eine Antwort auf diese und weiter Fragen zu finden. So komplex die Thematik auch ist, die Antworten lieferte mir schließlich die Arbeitsweise unseres Gehirns. Um meine Idee Ihnen als Leser näher bringen zu können, habe ich für eine leichte sowie bildhafte Sprache entschieden,- was einem Familienvater leicht fallen sollte. Um Sie an die Antwort zu führen, nehme ich Sie mit auf eine kleine Reise in Ihr eigenes Gehirn.

Wir Menschen handeln weltweit auf der Grundlage von zwei grundlegenden Systemen: dem Bestrafungssystem und dem Belohnungssystem:

  • Das Bestrafungssystem entscheidet darüber, was Menschen meiden, um Gefahren zu entgehen.
  • Das Belohnungssystem entscheidet, was sie suchen, um ihr Wohlergehen zu steigern. Gefahren meiden und Wohlbefinden suchen ist also Leitmotto des Gehirns

Spannend wird jetzt der eine sagen. Das sind doch alles alte Erkenntnisse, wird der andere sagen. Was ist daran innovativ, mag einer denken. Was verdammt nochmal hat das mit Robotik am Hut, wird sich ein andere Fragen. Der Typ hat eine Vollmeise, mögen vielleicht gerade Sie denken! Sehr gut,- denn das ist die Lösung auf meine Fragen! Die Lösung für alle Fragen ist die Implementierung eines Belohnungs- und Bestrafungssystems! Der Roboter und jegliche zukünftige künstliche Intelligenz muss fühlen, dass ihr positives handeln belohnt wird. Sie muss aber auch fühlen, dass ihr negatives handeln bestraft wird. Dabei besteht die Belohnung nicht darin, denn Roboter anzulächeln damit er ihnen vielleicht zuzwinkert. Auch besteht die Bestrafung nicht darin, mit einer Brechstange auf den Roboter einzuschlagen – wie leider derzeit in den USA zu beobachten. Nein, auch hier liefert uns wieder das Gehirn antworten.

Das Belohnungssystem steuert unser Handeln, indem es uns mit guten Gefühlen belohnt, wenn wir so handeln, dass es uns guttut. Das Belohnungssystem ist Teil des limbischen Systems. Das limbische System besteht aus einem Netzwerk von Bahnen und Kerngebieten in der Tiefe des Gehirns, zu denen neben der Amygdala (dem Mandelkern) noch andere Zellgruppen im Zwischenhirn gehören, die wiederum mit Teilen der Großhirnrinde verbunden sind. Die Kommunikation zwischen den einzelnen Teilen des Belohnungssystems läuft über den Botenstoff Dopamin, einen der so genannten Neurotransmitter, die Signale zwischen den Nervenzellen übermitteln. Die Ausschüttung des Glücksboten Dopamin nehmen wir als positives Gefühl wahr, das uns zum Handeln bringen kann. Für die weitere Entwicklung unserer Theorie können wir daraus ableiten, dass der Roboter nicht durch Sie mit einem Schokoriegel belohnt wird, sondern mit einem guten Gefühl. Ok, aber wie können wir nun diese hochkomplexen und zudem inneren Verarbeitungsprozesse in einem Roboter implementieren? Für die bisherige Entwicklung unserer Theorie haben wir die Hirnforschung und Psychologie herangezogen,- jetzt kommt die Informatik ins Spiel.

Um einen Roboter ein Belohnungs- und Bestrafungssystem implementieren zu können, nehmen wir beispielsweise einen 7,5 Gigahertz CPU mit 8 Kernen (Experten können sich hier auch 4 Prozessoren vorstellen, wenn sie 8 Kerne für unötig halten :-)). Somit haben wir schon mal das Gehirn, doch ist dieses bis jetzt ohne Input. Als nächsten Schritt programmieren wir das RP System (Reward and Punishment System). Ein RP System, das gibt es doch gar nicht! Korrekt, ab jetzt ja! Und was soll die Programmierung enthalten,- einfach weiterlesen.

Die Programmierung enthält alle Angaben, wie das Belohnungs- und Betsrafungssystem arbeiten soll. Heruntergebrochen bedeutet dieses, es enthält die Richtlinie wann unser Roboter belohnt und wann bestraft werden soll. Stellen Sie sich einen Roboter in einem Restaurant vor, welcher die Kunden bedient. Auf dem Weg zum Tisch des Kunden lässt dieser das Tablett fahlen oder kommt in den Kontakt mit einem Kunden, letztlich führt beides zum Fall des Tabletts inkl. der Speisen und Getränke. Ich kenne dieses Gefühl aus meiner Studienzeit,- ein Scheissgefühl! Aber wir implementieren wir nun dieses Schuldgefühl in einem Roboter? Jetzt kommt sowohl die Hardware als auch die Software ins Spiel. Unser Roboter besitzt einen 7,5 Gigahertz CPU mit 8 Kernen wobei nur 7 Kerne im Gebrauch sind und die Grundlast des Systems verteilen. Nun müssen wir unseren Roboter so programmieren, dass im Moment des Fallenlassens oder Anrempelns automatisch 3 Kerne weggeschaltet werden. Dadurch wird umgehend die Taktfrequenz des Roboters minimiert und kann bis zum Einfrieren des Systems führen,- wie bei einem Menschen in diesem Moment! Aufgrund unserer Programmierung, weiß der Roboter, dass nur falsches handeln zur Abschaltung der Kerne bzw. Minimierung der Rechenleistung führen konnte und dieser für die Situation die Verantwortung trägt. Der integrierte Lernprozess des Roboters führt dazu, dass dieser die Situation analysiert, abspeichert und aufgrund des immense Leistungsabfalls versucht zukünftig zu vermeiden, das Bestrafungssystem! Genauso können wir unseren Roboter belohnen. Nach einem harten Arbeitstag und 1000 glücklichen Kunden gab es keinen einzigen Vorfall. Indem Moment des Feierabends schaltet unsere vorher programmierte Software den 8 Kern dazu,- was für ein Wohlgefühl die Taktleistung auf 8 Kerne verteilt zu bekommen! Belohnung pur…. ☺

Inzwischen setzen wir Roboter auch bei der Arbeit mit älteren Menschen ein. Als Therapieroboter von Demenzkranken, Menschen mit Depressionen bis hin zu Pflegeroboter. Gerade im Medizinbereich würde die Implementierung eines Belohnungs- und Betsrafungssystems große Fortschritte bei der Therapie ermöglichen. Stellen Sie sich einen Roboter vor, der mithilfe des Voice- und Face Reading fühlen kann, dass die Stimmung des Patienten gerade kippt, die Leistung nachlässt und das System kurz, vor dem einfrieren steht. Es wird deutlich, dass wir diese Technologie jetzt über alle Branchen (Bildung, Medizin, Pflege, Sicherheit echt.) hinwegeinsetzen können und an die erforderlichen Eigenschaften des Einsatzortes programmieren können.

Selbstverständlich gibt es auch Ansätze wie beispielsweise von der Philosophin und KI-Expertin Lola Canamero, Leiterin des Embodied Emotion, Cognition and Interaction Lab der Univerity of Hertfordshire. Sie und ihr Team aus Neurowissenschaftlern und Psychologen versuchen den Ansatz über Hormone zu lösen. Als Wissenschaftler finde ich deren Ansätze gut, muss diesen jedoch aufgrund folgender Ausführung kritisch abweisen. Was nützen die biologischen Funktionen, wenn der Roboter damit nichts anfangen kann? Wenn dieser aber mit dem RP System programmiert wurde, aufgrund seines Lernprozesses weiß, dass sein Handeln über das Abschalten bzw. hin zuschalten der Kerne entscheidet, machen auch Ansätze wie von Frau Lola Canamero Sinn. Ein einfaches Beispiel: Der Roboter hat den ganzen Tag ohne Vorkommnisse gearbeitet, dieses Handeln führt zum hin zuschalten des 8 Kerns, welches als Glücksgefühl programmiert wurde und gleichzeitig Gänsehaut auf seiner implantierten Haut auslöst. Dopamin Ausschüttung pur,- erst jetzt macht auch die Embodied Emotion Theorie von Frau Lola Canamero Sinn. Denn das hin zuschalten des 8 Kerns ist auf der technologischen Ebene mit einer Dopaminausschütung vergleichbar. Der Roboter kann schneller rechnen, wird entlastet und spart viel Energie,- letztlich wie bei uns Menschen.

Letztlich können wir mithilfe der Hardwarekomponenten sowie des RP Systems Robotern dabei helfen zu erkennen, ob sich ihre Situation verbessert oder verschlechtert und mit welchen Gefühlen sie zu rechnen haben – sie bilden Schemata. Am Ende wissen die Roboter, dass eine ganz bestimmte Handlung mit einem ganz bestimmten Gefühl verbunden ist – Belohnung oder Bestrafung. Erst dann machen auch Technologien wie das Voice- und Face Reading Sinn, denn der Roboter weis die damit verbundene Gefühlsebene zu analysieren und letztlich dem Individuum die in dieser Situation für ihn optimale Handlung vorzuschlagen bzw. als Roboter selbst auszuführen. Doch bevor wir nun anfangen allen Robotern ein Belohnungs- und Bestrafungssystem zu implementieren und an unsere Bedürfnisse zu programmieren, brauchen wir eine weltweite Ethikrichtlinie wie den Digital Codex. Für die Einhaltung des Digital Codex wird auch hier das Belohnungs- und Bestrafungssystem sorgen. Es wird deutlich, dass die Implementierung eines Belohnungs- und Bestrafungssystems die Grundlage jeglicher Interaktion bildet. Angefangen bei der Einhaltung von ethischen Vorgaben bis hin zu Bewältigung hochkomplexer Aufgaben.

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